**** Mit "Rasta Revolution" erblickten die frühen Einspielungen der Wailers 1974 zum ersten Mal die westliche Welt. Unter Rastafaris wird sie Babylon genannt. Bob Marley hatte gerade seine ersten großen Erfolge in London zu verbuchen und hatte sich daran gemacht, unter der Ägide von Chris Blackwell, Babylon zu erobern. Das kam einem unabhängigen Label wie Trojan gerade Recht. Es verschaffte sich die Lizenzen zu den frühen Songs, die nur auf Jamaika veröffentlicht wurden und schwamm auf der welle des Erfolgs mit.<br>So finden sich auf dieser Compilation 13 Songs von 1970. Eine Zeit, in der die drei original Gründungsmitglieder der Wailers (Bob Marley, Peter Tosh und Bunny "Wailer" Livingston) sich in einer Umbruchphase befanden. Während sie in den 60ern noch Soulmusik hauptsächlich amerikanischer Prägung spielten, hatten sie jetzt den Reggae für sich entdeckt. Er begann gerade die Insel zu erobern. Gab es doch vorher nur Mento, Ska und Rocksteady. Doch erst die Verlangsamung führte auf Dauer zum Erfolg und zur Anerkennung als immaterielles Kulturerbe der Menschheit.<br>Auf Rasta Revolution ist vieles noch nicht auf den punkt gebracht. Den Texten fehlt es oftmals an politischer, sozialer oder emotionalen Tiefe. Die Produktion von Lee "Scratch" Perry entspricht für westliche Ohren schlicht nicht dem gewohnten Standard. Doch einiges davon ist gewollt. So war es gerade Ziel der Produktion dem Bass als dominantes Instrument mehr Geltung zu verschaffen. Dass aber auch das stilprägende Schlagzeug faktisch nicht hörbar ist, ist natürlich ein echter Mangel, der den billigen Geräten in jamaikanischen Tonstudios geschuldet ist.<br><br>"Rasta Revolution" empfiehlt sich daher nicht für den Reggae-Gelegenheitshörer, den Einsteiger oder Hitexperten. Es ist aber ein absolutes Muss für Reggae Liebhaber oder Reggae Historiker, die mehr über die Entwicklung dieser Musik erfahren möchten. |